Im Januar 2018 erteilte die Gemeinde Hürtgenwald der Innovative Energieanlagen Hürtgenwald GmbH (IEH) die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von fünf Windkraftanlagen in Hürtgenwald-Vossenack (Vorrangzone „Peterberg“). Die Kläger wenden sich als Nachbarn gegen zwei der genehmigten Windenergieanlagen – ohne Erfolg, wie die 6. Kammer nun mit Urteil vom 6. Mai 2019 (den Beteiligten heute zugestellt) festgestellt hat.

Zur Begründung heißt es:

Von den Anlagen gingen keine schädlichen Umwelteinwirkungen aus.

Es sei nicht mit Lärm zu rechnen. Das schalltechnische Gutachten, das die IEH in Auftrag gegeben hat, komme zu dem Ergebnis, dass die zulässigen Schallpegel im Tag- und vor allem auch im Nachtbetrieb sicher eingehalten würden.

Auch in Form von periodischem Schattenwurf seien schädliche Umwelteinwirkungen nicht zu erwarten. Das hierzu von der IEH vorgelegte Gutachten komme zwar zu dem Ergebnis, dass u.a. auf dem Grundstück der Kläger die Orientierungswerte von 30 Stunden pro Jahr sowie 30 Minuten pro Tag überschritten würden. Nach den Angaben der Gutachter könne aber durch eine Abschaltautomatik sichergestellt werden, dass die reale Beschattungsdauer von acht Stunden pro Jahr nicht überschritten werde.

Die Windenergieanlagen hätten auch keine optisch bedrängende Wirkung. Der Abstand zwischen dem Wohnhaus der Kläger und den beiden Windenergieanlagen betrage ca. 425 m bzw. 547 m bei einer Gesamthöhe (Nabenhöhe + halber Rotordurchmesser) von ca. 193 m bzw. ca. 207 m. In der weiteren Einzelfallbetrachtung sei maßgeblich, dass sich das Grundstück im Außenbereich befinde. Wegen der zwischen den Anlagen und dem Wohnhaus der Kläger immergrünen Bepflanzung komme es zu einer starken Sichtverschattung. Eine optische Dominanz der Anlagen sei vor diesem Hintergrund nicht anzunehmen.